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Tierwohl: Regierung will Verbraucher zur Kasse bitten

Themenbild: Pixabay

Berlin. Verbraucher sollen nach dem Willen der Ampel-Koalition für mehr Tierwohl an der Ladenkasse zahlen. „Verbraucher sind bereit, einen kleinen Aufschlag zu zahlen, um damit höhere Anstrengungen der Landwirte für mehr Tierwohl zu finanzieren“, sagte die SPD-Landwirtschaftsexpertin Susanne Mittag dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). Bessere Haltungsbedingungen sollen die Kunden anhand eines neuen verbindlichen Tierwohllabels erkennen. Das Label soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, kündigte Mittag an. Das vierstufige Siegel soll für Schwein, Geflügel und Rind gelten und nicht nur Fleisch und Milch, sondern auch verarbeitete Produkte wie Wurst und Käse umfassen. Das soll die Preisaufschläge bezahlbar machen, sagte Mittag.

Die FDP fordert einen Abschied von der „Geiz-ist-geil“-Mentalität an der Ladenkasse. Billige Preise waren lange eine Selbstverständlichkeit, sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Gero Hocker, der Zeitung. „Doch mit dieser Haltung hat Landwirtschaft in Deutschland keine Zukunft“. Der Liberale setzt seine Hoffnung auf eine Marketingstrategie für deutsche Lebensmittel. „Wir müssen die Verbraucher dafür begeistern, regionale, deutsche Lebensmittel zu kaufen und so die deutschen Bauern zu unterstützen“, betonte Hocker. Eine höhere Mehrwertsteuer für tierische Erzeugnisse lehnt er dagegen ab.

Die einstige Agrarministerin Renate Künast warnt vor Ernährungsarmut in Deutschland „Billige Lebensmittel allein sind kein Zeichen für soziale Gerechtigkeit, aber Preise müssen die Wahrheit sprechen“, sagte die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion dem Tagesspiegel. Gesundes, nachhaltiges und leckeres Essen müsse bezahlbar werden und zum Standard in Kitas, Schulen und Krankenhäusern werden.

PM/Der Tagesspiegel

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